• REKONSTRUKTION ETRUSKISCHER GRABKUNST IM HISTORISCHEN MUSEUM BOLOGNA

REKONSTRUKTION ETRUSKISCHER GRABKUNST IM HISTORISCHEN MUSEUM BOLOGNA

Zehn Panasonic Laserprojektoren lassen eine dreiseitige holografische Pyramide und Rekonstruktion des Sarkophags eines Ehepaares in 3D-Videoprojektion entstehen

Diese Fallstudie führt uns zurück in vergangene Tage, genauer gesagt in das Jahr 520 v. Chr., die Zeit der Etrusker. Sie wird in einer Videoinstallation zum Sarkophag eines Ehepaares im Historischen Museum der Stadt Bologna nun wieder lebendig.

Eine Inszenierung aus Hologrammtechnik, 3D-Videomapping und Raumklang zieht die Besucher unmittelbar hinein in ein faszinierendes audiovisuelles Erlebnis. Sie wurde von Cineca entwickelt und unter der technischen Leitung von Franz Fischnaller und Regie von Giosuè Boetto Cohen von Acuson produziert.

Ein über 2.500 Jahre altes Grabdenkmal bis hinab zum kleinsten Detail zu digitalisieren, ist ganz gewiss kein triviales Unterfangen. Eine Forschergruppe, der dies jedoch gelungen war, konnte Cineca einen wahren Schatz an digitale Daten zur Verfügung stellen, aus dem das Unternehmen ein maßstabsgetreues virtuelles Modell des Meisterwerkes etruskischer Kunst und eine fesselnde Videoinstallation entstehen ließ, die die Geschichte des Grabmals erzählt.

Antonella Guidazzoli, Leiterin des Visual Information Laboratory (VisiT Lab) von Cineca, und Gabriele Magagna, Produktmanagerin bei Acuson, waren mit uns vor Ort und erzählten Genaueres:

„Die digitale Aufzeichnung des Sarkophags war extrem komplex und nur möglich, weil der Steinsarg aus seiner Schutzvitrine herausgenommen und aufgemacht werden durfte“, berichtet Antonella Guidazzoli. „Dabei wurden auch neue Informationen gewonnen und dokumentiert, die bei einer späteren Restaurierung hilfreich sein werden. Die Daten wurden mittels Photogrammetrie und Laserabtastung von einem Forscherteam des nationalen italienischen Forschungsrats CNR, der Universität Bologna und der Bruno-Kessler-Stiftung aufgezeichnet. Für die weitere künstlerische Verarbeitung der Daten zeichneten in erster Linie zwei Leute verantwortlich.“

„Dies waren zum einen der Regisseur Giosuè Boetto Cohen, der in der Entwicklung von Kulturerbeprojekten seit langem zur innovativen Front zählt und seit einiger Zeit mit Cineca zusammenarbeitet, und zum anderen Franz Fischnaller, ein international bekannter Vorreiter in der Produktion virtueller Installationen, die sich an den Grenzen von Kunst und Technik bewegen. Gemeinsam schufen sie diese Videoinstallation in einer Ausstellungsführung, die sowohl in künstlerischer wie auch technischer Hinsicht Flexibilität verlangt“, so Antonella Guidazzoli weiter. 

„Die archäologischen Inhalte wurden zusätzlich mit musikalischen und kreativen Elementen umrahmt und mit moderner, aber transparenter Technik kombiniert. All dies geschah unter feinfühligem Technologiemanagement, das es verstand, der Handlung der Installation Leben einzuhauchen und sich in die Produktionsumgebung der 3D-Modellierungssoftware Blender einzufügen, sowie unter Anwendungen eines kollaborativen, interdisziplinären Interpretationsansatzes, dessen sich das VisiT Lab von Cineca bediente. Das Projekt über den Sarkophag eines Ehepaares“, betont Antonella Guidazzoli, „soll ein breites internationales Publikum jeden Alters ansprechen. Diese Installation wird es künftig möglich machen, das emotionale Erleben der Besucher anhand von Aufzeichnungen zu beurteilen, die nach bekannten, genormten Protokollen angefertigt werden und neueste neurowissenschaftliche Erkenntnisse beinhalten. Die Fülle der digitalen Daten wird es zudem erlauben, weitere medienübergreifende Anwendungen und interaktive Installationen zu entwickeln, die dem Besucher ein aktives Erlebnis bieten.“

Im Herzen der Videoinstallation steckt Technik von Panasonic.

Die wesentlichen Anforderungen lauteten:

  1. Produktion einer 3D-Visualisierung im Originalmaßstab
  2. Minimierung der technischen Barrieren zwischen Exponat und Besuchern
  3. Einbezug der kompletten Ausstellungsfläche im Museumssaal in den Handlungskontext
  4. Transportierbarkeit, Reproduzierbarkeit und Anpassbarkeit der Videoinstallation auf andere Ausstellungsräume Das historisch bedeutende Grabdenkmal wird mithilfe von zehn Panasonic PT-RZ670 Laserprojektoren mit HD 0,8-1:1 Weitwinkel-Zoomobjektiv originalgetreu rekonstruiert.

Eine Kombination aus über- und nebeneinander angeordneten Projektionen mit Randschärfenüberblendung erweckt den Steinsarg in der stereoskopischen Rekonstruktion zum Leben. Aus Sicht des Museums waren 6.500 ANSI-Lumen Lichtleistung und niedrige Gesamtbetriebskosten dank wartungsfreier Technik und 20.000 Stunden garantierter Lebensdauer der Projektor-Lichtquelle ausschlaggebende Kriterien, und man entschied sich für eine integrierte Lösung, die architektonisches 3D-Videomapping mit Holographietechnik kombiniert.

Die damit erzielten 3D-Effekte begeistern: Über 400 Bruchstücke, die gefunden wurden, werden in der virtuellen Darstellung rekonstruiert und finden sich zu einem Stück wieder.

Das Erlebnis, den Saal zu betreten und sich plötzlich inmitten einer Explosion hunderter winziger Bruchstücke wiederzufinden, ist für Besucher absolut fesselnd und faszinierend. 

„Weil die autostereoskopische Technik noch nicht ausgereift ist, arbeitet die Installation mit einer dreiseitigen holografischen Pyramide und einem 3D-Videomappingsystem, das eine Gesamtfläche von 360 m2 abdeckt. Dieser Effekt entsteht durch eine Anordnung mehrerer Panasonic Projektoren, die zusammen ein Bild von 2000x8000 (HxB) Pixel Auflösung erzeugen und eine riesige dreidimensionale Bildfläche von bis zu zwölf Metern Höhe lebendig werden lassen“, erklärt Gabriele Magagna von der italienischen Firma Acuson. „Die komplette Projektion basiert auf einer einzigen gigantischen Berechnung, die für jedes Einzelelement unterteilt ist und von zwei synchronisierten Servern mit je sechs Ausgangskanälen gemanagt wird. Das heißt wir arbeiten hier mit insgesamt zwölf Ausgangskanälen.“ 

„Die Wandflächen wurden horizontal in zwei Abschnitte unterteilt, die als Projektionsfläche für insgesamt zehn Laserprojektoren dienen. Der untere Abschnitt bis zu einer Höhe von vier Metern wird von insgesamt vier Projektoren abgedeckt – zwei an den Seiten und zwei in der Mitte –, die im Edge-Blending-Modus arbeiten. Der obere Abschnitt mit einer Basis von 14 Metern Länge und einer Höhe von acht Metern wird von sechs Laserprojektoren, d. h. zwei pro Wand, bedient, die übereinander montiert sind und somit größere, lichtstärkere Bilder erzeugen. Dieser Projektionstyp wird genutzt, um die Wände abzubilden und zu verschiedenen Zeitpunkten den Inhalt eines Kurzfilms zu projizieren, der etwas über zehn Minuten dauert. Der Empfehlung von Panasonic folgend haben wir die Geometry Manager Pro-Software genutzt, die das Edge Blending und Stacking der einzelnen Projektoren vereinfacht. Damit ist perfekte Präzision gewährleistet.“

„Für den Einbau der Videoprojektoren wurde ein Aluminiumträger eingezogen, der an den Wänden befestigt und stabilisiert ist. Daran wurden Halterungen angebracht, um die einzelnen Projektoren neben- bzw. untereinander anzuordnen“, so Gabriele Magagna weiter. 

„Die Wahl der Laserprojektoren wurde nicht dem Zufall überlassen. Schließlich sind die Vorzüge bekannt: Weder müssen Lampen gewechselt noch Luftfilter erneuert werden. Für einen Ort wie ein Museum, in das täglich hunderte Besucher strömen, bedeutet minimaler Wartungsbedarf einen maximalen Vorteil, da es so zu keinen Unterbrechungen im Betrieb kommt. Darüber hinaus lässt die Lichtleistung dieser Projektoren nicht mit der Zeit nach, und die Farben fangen nicht an zu driften. Das Ergebnis sind brillante, scharfe Bilder in hochauflösender Wiedergabe.“