Der Einzelhandel nach COVID: Wieder auf Kurs kommen

Autor: Ye-Un Lee

 

Partieller Lockdown, vollständiger Lockdown, Aufhebung des Lockdowns und so fort: Gebeutelt vom Sturm der wechselnden Beschränkungen, zieht der Einzelhandel eine düstere Bilanz des Jahres 2020 und kann die Augen vor den trüben Zahlen nicht verschließen. Allerdings ist die ständige Anpassung an den Wandel der Zeit für den Einzelhandel kein Novum – das war schon vor der Pandemie der Fall und wird auch künftig so bleiben.

In diesem Beitrag möchte ich vorausblicken auf die Zeit, wenn nicht systemrelevante Geschäfte wieder ihre Türen für die Kunden öffnen. Doch zunächst müssen wir einen Blick auf den Status quo werfen.

 

COVID-19: Neue Prioritäten im Einzelhandel

Vor etwa einem Jahr erstellten Panasonic und WBR Insights gemeinsam den Benchmark Report „Future Stores“ zu den Herausforderungen des Einzelhandels ab 2020. Viele der darin beschriebenen Pläne wurden – wie in einem früheren Post bereits erwähnt – von der Pandemie durchkreuzt. Die Schlussfolgerungen des Reports bleiben zwar relevant, jedoch mit neuen Akzenten.

Zuallererst die Sicherheit – schon immer ein zentraler Aspekt, doch jetzt mit Abstand erste Priorität. Die Definition einer sicheren Einzelhandelsumgebung hat sich quasi über Nacht radikal gewandelt, was zu schnellen, hohen Investitionen in den Gesundheitsschutz führte. Beim Kundenerlebnis wiederum ist zu erkennen, dass aktuell vor allem die Beruhigung der Kunden im Mittelpunkt steht. Selbst bei personalisierten Kampagnen – dem nach wie vor wichtigsten Instrument zur Steigerung der Kundenfrequenz im Ladengeschäft – liegt der Fokus derzeit auf Sicherheit, damit die Menschen sich in die Geschäfte wagen.

Kurz, wir sehen heute einen völlig anderen Einzelhandel als in der Zeit vor 2020. Haben Ladengeschäfte jetzt, da immer mehr Menschen online einkaufen – sogar Lebensmittel des täglichen Bedarfs – noch eine Zukunft?

 

Die Stärke des stationären Einzelhandels

Ich glaube ja. Zwar haben sich die Gewohnheiten der Menschen gewandelt, doch das kann sich schlagartig wieder ändern: Wie oft hören wir von Bekannten im privaten und beruflichen Umfeld, dass sie es kaum erwarten können, wieder „ein wenig zu leben“? Die Freude darauf, sich endlich einmal wieder etwas zu gönnen – und dazu gehört auch Einkaufen – ist groß. Lange Schlangen vor Ladengeschäften, die geöffnet bleiben durften, sind der beste Beweis. Ein ermutigendes Zeichen, das auch nicht überrascht.

Denn Einkaufen im Laden bietet ein vielfältiges Erlebnis für alle Sinne, das unsere menschliche Natur anspricht. Wir wollen die Dinge, die wir einkaufen, sehen und anfassen. Einen Laden zu betreten und sich umzusehen, das allein kann schon ein lohnendes Erlebnis sein. Im Internet spielt der Informations- und Spaßfaktor die Hauptrolle – sich ablenken, Kontakte knüpfen, träumen. Im Laden dagegen sind es die beglückenden Momente, die kein Algorithmus je bieten kann.

Nach einem langsamen „Post-Lockdown“-Start könnte es also im stationären Einzelhandel zum Boom kommen. Und doch bleiben Fragen offen: Wie viel Geschäft bleibt online, wie können sich die traditionellen Einzelhändler anpassen, wie wird die „neue Normalität“ aussehen, und wie gelangen wir dorthin?

 

Brückenschlag zwischen Online- und stationärem Handel

Für den Einzelhandel kommt es jetzt darauf an, jene Effekte für sich zu nutzen, die das physische Einkaufserlebnis für die Menschen so attraktiv machen. Und dies erfordert eine Mischung aus kreativen Lösungen und intelligenten Technologien – Lösungen, die das physische und digitale Erlebnis verschmelzen lassen und so jederzeit und überall eine Interaktion mit den Kunden erlauben.

Konkret heißt das, es müssen mehr Optionen angeboten werden, z. B. Click-and-Collect, zusätzliche Kontaktpunkte sowie Tools, die eine Fülle von Informationen liefern und das In-Store-Erlebnis dem Online-Erlebnis angleichen. Eine Möglichkeit hierfür sind Elektronische Regalkennzeichnungen (ERKs).

ERKs bieten Vorteile, die sowohl für die aktuelle Lockdown-Situation als auch für die „Post-COVID“-Zukunft relevant sind. Erstens ein Plus an Sicherheit: Durch die automatische Regalkennzeichnung sind weniger manuelle Änderungen und damit weniger Personal im Verkaufsraum erforderlich. Das heißt, mehr Kunden können unter Einhaltung der Abstandsregeln in den Laden kommen, und der Umsatz steigt.

ERKs tragen auch zur Vertrauensbildung und Reputationsverbesserung bei. Wenn zum Beispiel die Regalkennzeichnungen manuell gewechselt werden, passieren leicht menschliche Fehler. Und es kann dabei immer auch vorkommen, dass kurzzeitig eine veraltete Kennzeichnung am Regal zu sehen ist und an der Kasse dann zum Missfallen der Kundschaft ein höherer Preis erscheint.

 

ERK in der Praxis

Beispiel: Zwei Geschäfte in Großbritannien, in denen ERKs von Panasonic installiert wurden. Ein familiengeführter Supermarkt im Süden Englands wollte mit der Maßnahme fehlerfreie Preisauszeichnungen erreichen und die Kundenbindung stärken. Die Kennzeichnungen seiner Regale aktualisieren sich jetzt automatisch, wenn die Preise in der Hauptliste geändert werden. Dies führte zu 100 % Fehlerreduzierung und 80 % Zeiteinsparung bei der Regalkennzeichnung, sowie natürlich zu einer Reduzierung der Papier-, Toner- und Druckerkosten. Ganz zu schweigen von der verbesserten Außenwirkung, wie der Geschäftsführer des Supermarkt betont: „Der wahre Vorteil liegt in der Stärkung des Kundenvertrauens. Durch die neue Entwicklung haben Kundschaft und Personal stets die Gewissheit, dass alle Preisauszeichnungen korrekt sind.“

Beim Supermarkt Costcutter Culverstone Green wirkte sich die ERK entscheidend auf die Wettbewerbsfähigkeit aus. ERK kann die Preise innerhalb von Minuten aktualisieren und so durch Preisangleichungen und Aktionsangebote den Umsatz steigern. Inhaber Peter Juty ist sehr zufrieden mit den Ergebnissen und stellt fest, dass sein Personal sich jetzt „besser auf die Anforderungen der Kunden konzentrieren kann. Es gibt weniger Streitigkeiten über Preise, und das wiederum verbessert die Beziehung zwischen Mitarbeitern und Kunden. Außerdem kommt der Look der Kennzeichnungen sehr gut an.“

Des Weiteren können ERKs noch weitere Informationen anzeigen, etwa zur Produktherkunft, zu aktuellen Aktionsangeboten etc. Konkret heißt das für Peter Juty: „So können wir zum Beispiel zum Valentinstag ein Herz anzeigen und kurz beschreiben, warum sich das Produkt ideal als Valentinsgeschenk eignet. Wir haben das in anderen Geschäften getestet und das Ergebnis war eine Umsatzsteigerung bei den jeweiligen Produkten um bis zu 100 %.“

„Dank der ERK sind wir deutlich flexibler und können unsere Produkte das ganze Jahr über optimal vermarkten. Wir freuen uns schon zu sehen, wie sich das bei den Umsätzen bemerkbar macht.“

 

Vorbereitung auf die Zeit nach COVID

Auch wenn klar ist, dass COVID-19 nicht spurlos am Einzelhandel vorübergehen wird, kann die Branche etwas tun und sich vorbereiten. Vielfältige Produktangebote sowie detaillierte Produktinformationen werden für ein kontinuierliches Wachstum im analogen wie im digitalen Handel entscheidend sein. Ein erfolgreiches Comeback wird den Einzelhändlern nur mit einem ausgewogenen Geschäft gelingen, das sowohl eine starke Online-Präsenz als auch ein attraktives In-Store-Erlebnis bietet. Welche Gewichtung dabei im Einzelfall die richtige ist, liegt in der Entscheidung des jeweiligen Unternehmens.

Um mehr über ERK und andere In-Store-Technologien zu erfahren, die Kunden zur Rückkehr in die Geschäfte bewegen können, kontaktieren Sie uns oder besuchen Sie unsere Website.