Eine intelligentere Lösung für weniger Lebensmittelverschwendung in Supermärkten

Autor – Philippe Goas, European Business Development Manager, Panasonic France

Ganz gleich, aus welchem Winkel man die Sache betrachtet – die Verschwendung von Lebensmitteln ist ein riesiges Problem.

Den Vereinten Nationen zufolge landen jedes Jahr rund 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel auf dem Müll – ein Drittel aller für den menschlichen Verzehr produzierten Nahrungsmittel. Die Entsorgung kostet jährlich hunderte Milliarden Euro und erzeugt 3,3 Milliarden Tonnen CO2. Anders ausgedrückt heißt das: Wäre die Nahrungsmittelverschwendung ein Staat, so würde dieser den dritthöchsten CO2-Ausstoß verursachen.

Wie sieht es speziell in Europa aus? In Deutschland werden jährlich rund 11 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. In Großbritannien sieht es ähnlich aus, dort landen über 10 Millionen Tonnen der erzeugten Lebensmittel auf dem Müll. Und der Umwelt- und Energieagentur ADEME zufolge werden in Frankreich pro Jahr 10 Millionen Tonnen Lebensmittel im Wert von 16 Milliarden Euro vernichtet.

Der überwiegende Teil der Lebensmittelabfälle in diesen Ländern geht auf das Konto der Verbraucher, doch es ist klar, dass auch die Einzelhandelsunternehmen ihren Beitrag zur Lösung des Problems leisten müssen. 2016 entsorgte in Großbritannien allein die Supermarktkette Tesco 59,4 Tausend Tonnen Lebensmittel, und andere Ketten kaum geringere Mengen. In Frankreich ist der Einzelhandel für 1,4 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle verantwortlich – rund 200 Tonnen oder 400.000 Mahlzeiten pro (großem) Supermarkt im Jahr. Das sind 0,9 Prozent vom Umsatz, und damit ein erheblicher Anteil einer bereits hauchdünnen Gewinnspanne.

Was können Einzelhandelsunternehmen tun?

Idealerweise sind die Lebensmittel in einem Supermarkt stets frisch, die Regale am Ende des Tages leer, und es gibt keine Abfälle. Leider sieht die Realität ganz anders aus. Aber die Einzelhändler können Maßnahmen ergreifen, um die Situation zu verbessern. Ein Ansatz ist, das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht mehr als Verfallsdatum zu verstehen, sondern als die tatsächliche Mindest-Haltbarkeit. Bei bestimmten Produkten wie Obst und Gemüse wird ohnehin kein Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben.

Preisnachlässe für Produkte kurz vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum sind eine besonders attraktive Lösung. Allerdings ist die manuelle Auszeichnung mit Preisnachlassetiketten oft kostenintensiv, ineffizient und zeitaufwändig.  Oftmals wird ein Preisnachlass dadurch viel zu spät angebracht und vom Kunden womöglich gar nicht wahrgenommen. Mit der richtigen Technologie ist die Preisauszeichnung jedoch aktuell und nicht zu übersehen.

Klügere Kennzeichnung, passende Preisgestaltung

Electronic Shelf Labels (ESLs) ermöglichen beispielsweise eine dynamische Preisgestaltung, indem der Einzelhändler die Preise von Produkten per Fernzugriff innerhalb von Sekunden ändern kann. Mithilfe der richtigen Backend-Software können kurz vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum Preisnachlässe automatisch erfolgen. Auf diese Weise lassen sich Arbeitskosten senken und gleichzeitig Papier und Tinte einsparen. Zudem sind die Preise genauer und im richtigen Zeitraum sichtbar. Die Kunden können also schneller reagieren.

Damit werden mehr Produkte verkauft, weniger Lebensmittel verschwendet, und die Kunden freuen sich über günstigere Preise – eine Win-win-Situation.

ESLs in der Praxis

Eine große Supermarktkette in den Niederlanden testete die ESLs bereits in der Praxis. Da die ESLs bei verderblichen Produkten besonders sinnvoll ist, begann der Test in der Fisch- und Geflügelabteilung. Das neue System berücksichtigt nicht nur das Mindesthaltbarkeitsdatum, sondern auch den Standort der Filiale, den aktuellen Bestand, die Verkaufshistorie, laufende Werbeaktionen und sogar das Wetter. Die Preise können sich mehrmals am Tag ändern, sogar alle zehn Minuten. Die Ergebnisse waren bislang positiv und andere Supermarktketten zeigen bereits Interesse.

Weder Verschwendung noch Mangel

Was denken Sie über Lebensmittelentsorgung? Vielleicht haben Sie diese oder ähnliche Technologien bereits ausprobiert? Oder möchten Sie mehr darüber erfahren, wie diese Tools eingesetzt werden? Bitte zögern Sie nicht mich (Philippe.goas@eu.panasonic.com) oder das Team zu kontaktieren – oder informieren Sie sich auf unserer Website.