Verlustprävention im Einzelhandel: Diebstahl ist nicht gesichtslos

Autor: Ye-Un Lee Strasburger, Business Development Manager, Panasonic Deutschland

Bestandsrückgänge sind für traditionelle Einzelhändler leider ein allzu bekanntes Problem. Große Ketten sind hiervon genauso betroffen wie kleine unabhängige Läden. Und das Problem scheint sich zu verschärfen. Dies ist jedenfalls in Großbritannien, Frankreich, Deutschland und den USA zu beobachten.

 

Ein kostspieliges Problem

Laut der Umfrage zur Kriminalität im Einzelhandel, die der Wirtschaftsverband der britischen Einzelhandelsunternehmen (British Retail Consortium) alljährlich durchführt, sind 2017 die direkten Gesamtkosten aller Straftaten im Einzelhandel in Großbritannien im Jahresvergleich um sechs Prozent gestiegen – auf sage und schreibe 700 Millionen Pfund. In Frankreich gaben ganze 75 Prozent der Einzelhändler an, Opfer von Ladendiebstahl geworden zu sein, was für die Händler Kosten von bis zu fünf Prozent des Umsatzes verursacht.

Deutsche Einzelhändler schlugen, im letzten Jahr, Bestandsrückgänge mit insgesamt 3,5 Milliarden Euro zu Buche. 2,28 Milliarden gingen dabei auf das Konto von Ladendieben. Auf der anderen Seite des Atlantiks sieht es nicht viel besser aus. In den USA verzeichnet der Einzelhandel einen Diebstahlsverlust von fast 50 Milliarden US-Dollar – wobei Ladendiebstahl über ein Drittel davon ausmacht.

Langfingern den Kampf ansagen

Dementsprechend rüsten traditionelle Einzelhändler im Kampf gegen Langfinger auf. Mitarbeiter lernen in Schulungen, wie sie auffälliges Verhalten erkennen. Läden werden umstrukturiert, um Ladendieben das Leben schwerer zu machen. Besonders gefährdete Artikel werden beispielsweise in der Nähe von Mitarbeitern platziert und in nicht einsehbaren Bereichen werden Spiegel angebracht.

Viele Händler setzen zudem auch auf Hightech. Dazu gehören die elektronische Artikelüberwachung und natürlich Kameras. In Verbindung damit fahren manche Händler noch schwerere Geschütze wie Lösungen zur Gesichtserkennung auf.

Von Angesicht zu Angesicht

Gesichtserkennung wird bereits in vielen Bereichen eingesetzt – unter anderem zum Entsperren von Smartphones, für effizientere Einreisekontrollen an Flughäfen oder zum verbesserten Einlass für Zuschauer bei Sportveranstaltungen. Viele Einzelhändler nutzen Videoanalysen, um das Verhalten ihrer Kunden besser nachvollziehen zu können, und erfassen dabei Daten zu Alter, Geschlecht, Aufenthaltsdauer und mehr. Mit diesem Hintergrund bietet sich die Technologie geradezu an, um Ladendieben auf die Schliche zu kommen.

Händler könnten damit beispielsweise Bilder bekannter Straftäter mit Personen abgleichen, die sich gerade im Laden aufhalten. Zudem können Sicherheitsdienste und Mitarbeiter auf Geheiß des Managements eingreifen, noch bevor ein Delikt begangen wird. Die Lösung FacePro von Panasonic lässt sich in Echtzeit mit der Liste „bekannter Personen“ eines Einzelhändlers verknüpfen. Sie prüft jede Person, die den Laden betritt, und versendet sofortige Warnmeldungen an das Verkaufs- und Sicherheitspersonal – ein kostengünstiger und effizienter Weg, da kein Personal für die ständige Sichtung der Aufnahmen durch Überwachungskameras abgestellt werden muss. Viele Kunden konnten bereits feststellen, dass die Verluste deutlich zurückgegangen sind. In unserem Video demonstrieren wir Ihnen die Funktionsweise dieser innovativen Technologie.

Nicht alle Lösungen sind gleich

Die Methode der Gesichtserkennung stößt jedoch nicht durchgehend auf Zustimmung, sondern wird zuweilen heftig kritisiert. Und es gibt durchaus auch genügend Schauergeschichten zu diesem Thema. Panasonic FacePro bietet allerdings nachweislich eine außergewöhnliche Präzision. 2017 erzielte die Lösung in einer Vergleichsstudie des US-amerikanischen National Institute of Standards and Technology (NIST) die weltweit besten Ergebnisse bei der Gesichtserkennung. Der Test bestand aus acht Aufgaben rund um die Verifizierung, Identifizierung, Erkennung, Verarbeitung und das Clustering von Bildern, auf denen zahlreiche Menschen zu sehen waren. Das Testmaterial umfasste 67.000 Gesichtsbildern, 700 Gesichtsvideos und 10.000 Bildern ohne Gesichter. Der Algorithmus von Panasonic erzielte Spitzenergebnisse bei den Cumulative Matching Characteristics (CMC) – dem Teil der Treffer, der über einer bestimmten Genauigkeitsschwelle liegt.

Darüber hinaus wurden die Deep-Learning-Fähigkeiten des Gesichtserkennungssystems von FacePro auf der IFSEC 2018, der größten internationalen Fachmesse für Sicherheit in Europa, einem harten Praxistest unterzogen. Die Gesichter der Test-Teilnehmer wurden im System registriert – zum Teil mit zehn Jahre alten Fotos.  Und obwohl sich einige Probanden bewusst hinter Sonnenbrillen, Perücken und Ähnlichem verbargen, kam es bei den rund 1.500 Einsätzen während der dreitägigen Veranstaltung zu keiner einzigen Fehldeutung.

Ganzheitlicher Ansatz zur Schadensprävention

Für die Schadensprävention gibt es zwar keine Universallösung. Aber Händler können bestimmte Vorgehensweisen und zuverlässige Technologien miteinander kombinieren, um ihren wertvollen Bestand zu schützen.

Weitere Informationen zur Lösung FacePro von Panasonic finden Sie unter: https://business.panasonic.de/loesungen/application/business-intelligent-videosysteme-f-r-den-einzelhandel