Die Zukunft der Telekommunikation und des autonomen Fahrzeugs

Die Logistikbranche hat als Vorreiter schon vor mindestens zehn Jahren mit der Implementierung von Telematiklösungen begonnen, um Lieferrouten zu optimieren, Kraftstoffkosten einzusparen und Fahrzeiten zu verkürzen. Die Perspektive jedoch, dass bald auch autonome Fahrzeuge zu unseren Flotten gehören könnten, eröffnet uns noch einmal eine ganz neue Vision davon, was jenseits einfacher Datenanalysen möglich ist. Ich werde oft von Kunden gefragt, wie ich die Zukunft unserer Flotten sehe, was ich für realistisch halte und was nicht. Ich denke, alles ist möglich, wenn wir zusammenarbeiten ...

 

 

Telematik heute

In Frankreich zum Beispiel gibt es bereits ausgeklügelte Telematiksysteme von Pure-Playern wie Verizon Connect Reveal (ehemals Fleetmatics REVEAL) und Trimble, die intelligente, professionelle Lösungen entwickeln. Sie erleichtern die Routineaufgaben des Flottenmanagements und sorgen mit vereinfachten Schnittstellen dafür, dass die Fahrer ihre Aufträge auf einem eingebauten Bildschirm problemlos organisieren können. Das System erbringt auch den entscheidenden Zustellnachweis und kann die Rechnungstellung an den Kunden beschleunigen. Die Integration dieser Lösungen erfolgt gemäß der internen Compliance der Unternehmen.

Pure-Player bekommen mittlerweile auch zunehmend Konkurrenz von Herstellern gewerblicher Lkws, die eigene Telematiklösungen entwickeln. So hat Volkswagen eine cloudbasierte, unabhängige Plattform entwickelt, die in jedem Modell seiner Nutzfahrzeuge eingesetzt werden kann.

Telematik weitergedacht

Wir arbeiten an einer Zukunft, in der Zusteller nicht mehr permanent am Steuer sitzen, in der das autonome Fahrzeug wie ein Chauffeur fungiert und der Fahrer sich auf werthaltigere Aufgaben konzentrieren kann wie Kundenbeziehungen, Rechnungstellung, Paketvorbereitung vor der Zustellung etc. Über seine Sensoren bleibt das Fahrzeug mit seiner Umgebung und über die Cloud mit dem Flottenmanagementsystem verbunden.

Darüber hinaus ist auch eine Vernetzung des Fahrzeugs mit der „Smart City“-Umgebung denkbar, in der es mit Verkehrsmanagementsystemen kommuniziert. Solche Systeme werden zum Beispiel in Frankreich und Deutschland entwickelt. Sie senden Daten und Analysen ohne menschliche Interaktion direkt an den Lkw, leiten ihn zur richtigen Zeit ans richtige Ziel und sorgen so für einen schnelleren und effizienteren Lieferablauf.

Eine analysegesteuerte, grüne Zukunft

Wenn autonome Fahrzeuge vollkommen ohne Kraftstoff auskommen, beginnt eine grüne Zukunft. Die nächste Motorgeneration wird nicht nur zur Emissionsreduzierung beitragen, sondern auch die Flottenwartung beschleunigen. Grundlage hierfür ist eine im Vergleich zu früher deutlich präzisere Motoranalyse. Flottenbetreiber werden in Zukunft den gesamten Logistikprozess und die Flottenwartung auf Knopfdruck durchführen und so Risiken, Luftverschmutzung, Verspätungen und Kosten vermeiden können.

Doch die neuen Möglichkeiten beschränken sich nicht nur auf das Fahrzeug selbst. Es soll auch direkt mit dem Lagermanagement kommunizieren, während der Anfahrt seine Entfernung melden und das Lager anweisen, die nächste Ladung zum Abholen vorzubereiten – was selbstverständlich die autonomen Lagerfahrzeuge vor Ort erledigen. Eine Vision, die allerdings noch weit in der Zukunft liegt.

Smart Cities heute

Die Panasonic Corporation of North America unterstützt die Stadt Denver (Colorado) im Rahmen des Smart-City-Projekts „CityNow“ bei der Realisierung eines ihres wichtigsten Ziele: null Verkehrsunfälle mit Fußgängern. Die Vision Zero-Technologie von Panasonic arbeitet mit IoT-vernetzten Parkuhren und einer Smart Street Solution, die Sicherheitskameras, Bildanalysen des Fußgängerverkehrs und künstliche Intelligenz kombiniert. Alle technologischen Voraussetzungen sind also vorhanden, doch wie sehen die nächsten Schritte aus?

Die letzte Hürde

Wir müssen uns im Klaren darüber sein, dass diese Vision nicht einfach umzusetzen sein wird. Grundlage für die Realisierung einer optimierten Lieferkette, die Lager, Fahrzeuge und Smart City komplett einbindet, ist die uneingeschränkte Verfügbarkeit aller Daten in der gesamten Lieferkette. Die Schwierigkeit ist in diesem Fall nicht technologischer Natur. Das Problem liegt in der Zusammenarbeit, die es braucht, um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Wer stellt seine Daten zur Verfügung, und wie hoch ist der Preis dafür? Es wird interessant sein, die Branche zu beobachten und zu sehen, wo die Kommunikationsbarrieren als erstes durchbrochen und die ersten größeren Schritte getan werden hin zur nahtlosen Automatisierung und schließlich zu einer verbesserten Serviceleistung für die Kunden.