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UNTERWEGS FÜR TERRAX MIT VARICAM LT UND EVA1 - EIN INTERVIEW MIT OLIVER ROETZ

Egal ob unter der Erde oder hoch in der Luft: Kameramann Oliver Roetz verlässt sich beim Dreh für das erfolgreichste deutsche Dokumentationsformat 'Terra X - Faszination Erde' auf die VariCam LT und EVA1. Im Gespräch mit Panasonic beschreibt Roetz Extremsituationen, die für Dokumentationsaufnahmen zum Alltag gehören.

Die Grenze zwischen A- und B-Kamera ist total fließend. Sowohl die VariCam LT als auch die EVA1 übernehmen die Rolle der Hauptkamera zu einer bestimmten Zeit in der Produktion. Diese Möglichkeit ist wirklich einzigartig und nicht mehr wegzudenken aus meinem Arbeitsalltag.

Oliver Roetz

Produkt – AU-EVA1, VariCam LT
Herausforderung

Die verschiedenen Anforderungen für den Dreh von Dokumentationen, stellen Kameramänner vor große Herausforderungen.

Lösung

Oliver Roetz beschreibt einige Anwendungsfälle vom Dreh für 'Terra X - Faszination Erde' und gibt damit einen einzigartigen Einblick in den Workflow mit VariCam LT und EVA1.


Wie vermisst man einen Regenwald?

Hoch hinaus mit der EVA1!

Panasonic: Ihr wolltet mit TerraX den Regenwald auf Borneo vermessen. Wie kamt ihr darauf und wobei konnten euch die VariCam LT und EVA1 helfen?

Roetz: Auf die Idee den Regenwald zu vermessen kommt für gewöhnlich die Redaktion. Was die Hintergründe dafür wirklich sind, sollte man sich im Film anschauen. Aus der Fragestellung ‚Warum verändert sich der Regenwald in dieser Art und Weise’ ergab sich eine Antwortmöglichkeit in seiner Vermessung. Man stellt nämlich fest, dass die Bäume in einem bestimmten Abstand zueinander stehen. Wenn man das visuell abbilden will, dann ist das natürlich nicht ganz so einfach, vor allem wenn man noch einen Moderator mit an Board hat und ihn in die Aufnahmen einbauen möchte. Dabei hat aber vor allem die EVA1 ihren Beitrag geleistet.

Panasonic: Im Regenwald herrschen ganz andere Bedingungen. Wie kann man sich einen Dreh dort vorstellen und was sind die größten Herausforderungen?

Roetz: Auf Borneo zu drehen bedeutet unter sehr, sehr widrigen Bedingungen bei großer Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit zu arbeiten. Und bei der Geschichte der Baumvermessung stellt sich für mich als Kameramann dann die Frage: Mit welcher Kamera macht man das am besten? Mir war aber klar, dass wenn ich die EVA1 habe, die einfach deutlich kleiner und leichter als die VariCam LT ist, dann ist die Entscheidung schnell getroffen. Die EVA1 ist damit aus der aus der B-Kamera im Gimbal zu einer ganz normalen A-Handkamera geworden, die wir oben in den Bäumen eingesetzt haben.

Panasonic: Welche Eigenschaften haben dich im Regenwald von der VariCam LT und EVA1 überzeugt?

Roetz: Wenn oben im Baum in 35 Meter Höhe gedreht wird dann versucht man natürlich Zeit zu sparen, denn es gibt jede Menge kleine, unangenehme Tierchen dort oben. Um möglichst kurz in den Bäumen zu sein, haben wir parallel dann von unten mit der VariCam LT Aufnahmen gemacht. Wenn man nicht weiß welches Bild für was genommen wurde, dann wird man den Unterschied nicht sehen. Das hat mich echt beeindruckt.

 

Sie wollen VariCam LT und EVA1 in Aktion sehen?

Klicken Sie hier für die Folge 'Malaiisches Archipel: Dem Leben auf der Spur' von 'TerraX - Faszination Erde'. Die beschriebene Szene finden Sie ab Minute 16.

Die EVA1 wird zur A-Kamera

Moderator in 35 Meter Höhe

Zwei Kameras - zwei Perspektiven


Ein riesen Haufen.

Fledermäuse in der Gomatong-Höhle

Panasonic: Ein riesen Haufen – das klingt interessant. Kannst du erklären, was wir uns unter dieser Überschrift vorstellen können?

Roetz: Wir haben in einer großen Höhle gedreht und das Erste was man sieht wenn man in die Höhle kommt, ist ein riesiger Haufen Fledermausmist, der sich unter der Fledermauskolonie in bis zu 40 Meter Höhe aufgetürmt. Dazu kommen noch tausende Kakerlaken, alles ist glitschig, alles ist feucht und im Grunde genommen kann man nichts anfassen. Man versucht weitestgehend mit Handschuhen zu arbeiten, damit man sich nicht irgendwelche Erreger einfängt. Aber es ist zwangsläufig so, dass man ausrutscht, dass man hinfällt oder sich hinknien muss, um seine Einstellung zu bekommen. Das ist dann schon wirklich unangenehm.

Panasonic: Was macht solch eine Situation angenehmer und den Workflow effektiver?

Roetz: Beim Betreten der Höhle hat man natürlich erstmal ein ambivalentes Gefühl: Dort ist eine der größten Fledermauskolonien der Welt. Das findet man einerseits unglaublich faszinierend und beeindruckend. Andererseits weiß man aber auch, dass das Zeitfenster super knapp und nur wenig Zeit für Faszination ist. Die Sonne geht relativ früh unter, die Tiere kommen in der Dämmerung raus und man muss dann bis dahin alles drumherum gedreht haben. Um das zu erreichen, war es in dem besonderen Fall wichtig mit zwei Kameras parallel zu arbeiten. Über den Tag war die EVA1 als Gimbalkamera im Einsatz, um möglichst viel an Bewegung einzufangen. Gleichzeitig haben wir natürlich viele Nahaufnahmen benötigt, die wir mit der LT gedreht haben. Abends in der Dämmerung kam es dann zur Umsetzung einer Szene, die den Moderator direkt in die Felswand gesetzt hat, damit die Fledermäuse beim Flug aus der Höhle um ihn herum fliegen. Das wäre ohne parallele Aufnahmen von zwei Kameras so gar nicht möglich gewesen. Das Phänomenale für uns im Doppelkamerabetrieb war der Dual Native ISO, der für uns absolut notwendig war.

 

Sie interessieren sich für mehr?

Klicken Sie hier für die Folge 'Malaiisches Archipel: Dem Leben auf der Spur' von 'TerraX - Faszination Erde'. Die beschriebene Szene finden Sie ab Minute 22.

Eingang der Gomatong-Höhle

Oliver und seine VariCam LT

Die VariCam LT ist bereit


Jagd aus der Luft

Erforschung von Karibus in Neufundland

Panasonic: Luftaufnahmen sind aus Dokumentationen nicht mehr wegzudenken. Trotzdem ist es doch eher ungewöhnlich, dass du mit EVA1 und Gimbal alle Air-to-Air und Air-to-Ground Aufnahmen gemacht hast. Wie kam das zustande?

Roetz: Die Gegebenheiten waren so, dass wir immer wieder in der Lage sein mussten schnell zu reagieren. Wir hatten zwei Helikopter zur Verfügung: In dem einen Helikopter befanden sich der Moderator, die Wissenschaftler und die Beteiligten der kanadischen Behörde. Ich saß in dem anderen Helikopter. Die Tiere sollten mit Radiosendern versehen werden. Dafür werden sie aus der Luft vom Helikopter mit einem Gewehr betäubt. Das Ganze erfolgt fast schon aus Bodennähe bei sehr, sehr hoher Geschwindigkeit. Die Helikopter setzen auf, Tierarzt und Wissenschaftler springen raus und untersuchen das Tier und versehen es mit einem Sender. Dieser ganze Zeitraum ist so kurz, dass es für uns als Kamerateam undenkbar wäre, großartig Kameras umzubauen. Das führte zu der Entscheidung, dass Air-to-Air-Shots mit einer EVA1 im Gimbal durch die offene Tür gedreht wurden und sobald die Helikopter landeten, wechselten wir auf die VariCam LT. Dieses Set-Up war perfekt, um die Dynamik der ganzen Aktion glaubhaft darstellen zu können.

Panasonic: Bei geöffneter Tür aus dem Helikopter zu filmen ist sicherlich auch nicht unbedingt angenehm. Was waren andere Herausforderungen und wie haben sich EVA1 und VariCam LT dabei geschlagen?

Roetz: Zum einen war es tatsächlich wirklich richtig, richtig kalt. Man ist froh, wenn man schnellstmöglich aus dem Helikopter wieder rauskommt. Die beiden Kameras ergänzen sich in ihren Farbräumen so gut, dass der gewünschte Look unabhängig vom System erreicht werden kann. Und da liegt auch eigentlich der entscheidende Punkt: Die Grenze zwischen A- und B-Kamera ist total fließend. Sowohl die VariCam LT als auch die EVA1 übernehmen die Rolle der Hauptkamera zu einer bestimmten Zeit in der Produktion. Diese Möglichkeit ist wirklich einzigartig und nicht mehr wegzudenken aus meinem Arbeitsalltag.

 

Sie wollen das Ergebnis der VariCam LT und EVA1 sehen?

Klicken Sie hier für die Folge 'Kanada: Schatz der Kälte' von 'TerraX - Faszination Erde'. Die beschriebene Szene finden Sie ab Minute 4.

Warten auf den richtigen Moment

Die EVA1 trotzt der Kälte

Oliver und VariCam LT vor dem Abflug