• Varicam LT gräbt
    in den Tiefen der Musikgeschichte von
    CMT „Sun Records“

Varicam LT gräbt in den Tiefen der Musikgeschichte von CMT „Sun Records“

Kameramann William Wages, ASC, setzt mit VariCam LT-Kameras die Serie „Sun Records“ des Senders CMT visuell um

Basierend auf dem Erfolgsmusical „Million Dollar Quartet“ erzählt der Sender CMT mit „Sun Records“ die bisher unbekannte Geschichte von der Geburt des Rock 'n' Roll. Die acht Folgen der Serie kreisen um die Musiklegenden Johnny Cash, Elvis Presley, Carl Perkins und Jerry Lee Lewis in einer Zeit politischer Veränderungen und sozialer Konflikte.

Regisseur der Serie ist Roland Joffé („The Killing Fields“, „The Mission“) und die Bildgestaltung übernahm William Wages, ASC, („Containment“, „Revolution“) mit VariCam LT 4K-Kinokameras von Panasonic.

„Sun Records“ wurde in Memphis, Tennessee, mit einer lokalen Crew gedreht, wobei eine Herausforderung darin bestand, die 1950er Jahre wieder aufleben zu lassen. „Sonderbarerweise ist es schwieriger, eine Zeit in Bildern einzufangen, die noch nicht so lange zurückliegt“, erklärt er. „Beispielsweise ist die Darstellung der 1860er Jahre recht einfach, da man dafür einfach alles Moderne wegnimmt. Für diese Story mussten wir aber in Memphis drehen. Da gab es ein altes Gebäude, das perfekt in die damalige Zeit passte, aber auf der anderen Straßenseite befindet sich dann ein modernes Gebäude. Es geht um so viel mehr als nur alte Autos und Kleidung. Man muss auf alles achten. Verkehrsampeln, Fußgängerüberwege, Stoppschilder und so viel mehr. Alles sah damals ein wenig anders aus.“

Für den Look der Serie schauten sich Wages und Joffé keine 50er-Jahre-Filme an, sondern werteten alte Fotos aus der Zeit aus. Sie entschieden sich für eine nicht so satte Farbgebung, da sie wollten, dass „Sun Records“ wie eine Geschichte aus der Gegenwart wirkt. „Wir wollten die Story nicht durch den Filter der Geschichte sehen“, verrät Wages. „Wir wollten, dass der Zuschauer unmittelbar im Geschehen ist, ohne ein Gefühl von Distanz. Als Sam Phillips die Plattenaufnahmen machte, war das wegweisend. Gegen den gesellschaftlichen Druck machte Phillips an einem Tag Aufnahmen mit schwarzen Künstlern, am nächsten Tag mit weißen Künstlern und irgendwann mit allen zusammen. Bis dahin hatte noch nie jemand solch eine Musik gehört. Und genau das bringt die Serie auf den Punkt.“

Wages nahm „Sun Records“ mit drei VariCam LT-Kameras auf, die er bei Division Camera in Los Angeles mietete. Er zeichnete das Filmmaterial als UHD (3840×2160) AVC Intra 422-Dateien in V-Log mit 23,98 FPS auf. Da er bereits kurz vorher für die Serie „Containment“ des Senders CW Network mit einer VariCam 35 gearbeitet hatte, war er mit dem VariCam-System vertraut. Er entschied sich für die VariCam LT, da sie denselben Sensor wie die VariCam 35 besitzt und eine identische Bildqualität liefert, er aber eine kleinere Kamera benötigte, da für viele Aufnahmen eine Steadicam und ein Handheld Gimbal erforderlich waren. Wages liebt zudem die beiden nativen ISO-Einstellungen 800 und 5.000 für perfekte Aufnahmen bei wenig Licht.

Nach Aussage von Wages war die Ausleuchtung bei „Sun Records“ zwar einer Herausforderung, aber wegen der VariCam nie ein echtes Problem. „Wir haben hier und da ein paar 360er Aufnahmen gemacht, aber dank der Kamera war dies ganz einfach, da sich der Lichteinfall in Grenzen hält“, erklärt er.

Wenn er nicht tagsüber draußen filmte, arbeitete er mit der nativen ISO 5.000. Bei Aufnahmen mit ISO 5.000 hatte der Kameramann nach eigenen Aussagen nur ein Viertel der Menge an Beleuchtungstechnik bei sich, bestehend aus kleineren Lampen. „Wir hatten eine 4K für die Serie dabei, die wir nur einmal verwendet haben, um sagen zu können, dass wir sie eingesetzt haben“, witzelt Wages. „Tatsächlich hatte die ARRI M18 (1.8K HMI) die perfekte Größe und das Licht, wie ich es brauchte. Ansonsten ist die Jo-Leko 800 – ein Source Four Leko-Scheinwerfer mit einer Joker 800 hinten – meine erste Wahl bei HMI-Leuchten. Damit verrichte ich 90 Prozent meiner alltäglichen Arbeit“.

Wages arbeitet zudem gerne mit kleinen, batteriebetriebenen LED-Lampen. „Damit kann man nachts jemanden die Straße herunterlaufen lassen und etwas Licht an eine Gebäudefassade werfen. Das  dauert nur 10 Minuten, gegenüber zwei Stunden, wenn man erst ein Kabel verlegen muss“, sagt er.

Bei den Objektiven setzte Wages auf Fujinon 19-90mm und 85-300mm Cabrios, die leichter als die meisten anderen Zoom-Objektive sind. „Das bedeutet auch, dass man nicht die ganze Zeit das Objektiv wechselt“, so Wages. „Anstatt zu einem anderen Objektiv zu greifen, verändert man einfach den Zoom etwas. Das spart viel Zeit. Am Ende des Tages kommt dann schon einmal eine Stunde zusammen – vielleicht sogar mehr. Es gibt noch andere Objektive, die sich für die Steadicam-Nutzung eignen, aber keine mit diesem Brennweitenbereich. Mit dem 19-90er habe ich wahrscheinlich 80 Prozent der Serie gefilmt.“

Wages zeichnet vorzugsweise mit großer Blendenöffnung (T-2.9) auf. „Wenn wir eine Aufnahme aus dem Fenster gemacht haben, sind wir zurückgegangen, sodass man die Person aus dem Fenster blickend sehen konnte. Früher musste man dafür das Lichtniveau im Inneren anheben. Aber heute kann ich in neun von zehn Fällen eine Blendenänderung hineinschmuggeln, die so unauffällig ist, dass niemand sie bemerkt. Damit sich der Kameraassistent nicht damit befassen muss, nehme ich die Änderungen am Monitor vor. Ich achte dabei nicht auf den Blendenwert, sondern betrachte das Bild und passe es an.“

„Sun Records“ wurde im Post-Production-Studio Deluxe in Toronto nachbearbeitet, weswegen Wages nur an einem Tag an den Farbkorrektur-Sessions teilnehmen konnte. Da er ohne einen Digital Imaging Technician arbeitete, entwickelte Wages eine LUT für das Bild auf eigene Weise. „Wir begannen mit REC 709, hellten die Schatten auf, dunkelten die Glanzlichter ab, um die Kamerafunktionen umfassender nutzen zu können, und entsättigten das Bild ein wenig, bis wir den gewünschten Look hatten“, erklärt Wages. „Ich zeigte Roland das Resultat und es gefiel auch ihm. Also schickten wir die LUT und das Filmmaterial, das wir damit aufgenommen hatten, nach Toronto. Dort haben sie im Labor mit ihrem eigenen System den Look reproduziert. Anschließend sandten sie uns ihre abgestimmte LUT zu, die wir dann verwendeten.“

„Ich schickte der Coloristin Anmerkungen zur ersten Folge, die sie berücksichtigte“, so Wages. „Dadurch konnten wir wenigstens den Look der ersten Folge fertigstellen, als ich bei der Session dabei war. Der Rest der Folgen war noch nicht fix, aber wir schauten sie durch und wählten einzelne Szenen aus, an denen wir arbeiten wollten, um den Look festzulegen.“

Dank des effizienten Workflows der VariCam verliefen die Farbkorrektur-Sessions reibungslos. „Und ich  hatte nur eine LUT“, verrät Wages. „Für mich ist die VariCam wie eine Filmrolle und wenn man zu viele LUTs verwendet, wird es nur unnötig kompliziert. Bei einem Science-Fiction-Film mit starkem Kontrast würde ich  diesen Ansatz wahrscheinlich nicht wählen. Bei meinem Look achte ich darauf, dass er schlicht und direkt ist, da ich alles über das Licht mache. Ich denke, das ist meine Aufgabe.“

For more information on Sun Records, please visit the series’ website at http://www.cmt.com/shows/sun-records.

For more information on VariCam, please visit http://info.panasonic.com/varicam-cinema-cameras.html.

Photos mit freundlicher Unterstützung von CMT oder Bildrechte von Mark Levine