EINE STADT IN 4K - VIDEOÜBERWACHUNG MIT ZUKUNFT

Sicherheit und Überwachung: Bari bestätigt seine Position als europäische Smart City. Das integrierte Videoüberwachungssystem umfasst 200 True 4K-Kameras des Typs WV-SPV781L von Panasonic.

Wir entschieden uns für die 4K-Auflösung, um ein effizientes Werkzeug zur Gewährleistung der städtischen Sicherheit zu bieten. Die kritischen Zielorte im gesamten Stadtgebiet wurden in Zusammenarbeit mit den Streitkräften, der Stadtpolizei und der Staatspolizei ausgewählt.

Antonio Decaro, Bürgermeister von Bari und Vorsitzender von ANCI (Verband der italienischen Gemeinden)

Datum – Jun 2017
Client – www.comune.bari.it
Location – Bari
Herausforderung

Städtische Videoüberwachung mit hoher Bildqualität

Lösung

Bei der Installation wurden 200 4K-Überwachungskameras verwendet


Antonio Decaro, Bürgermeister von Bari und Vorsitzender von ANCI, dem Verband der italienischen Gemeinden, spricht von seinen klaren Vorstellungen in Sachen urbane Sicherheit. 

Antonio Decaro betont: „Das Thema urbane Sicherheit betrifft alle Metropolregionen. Es ist eine äußerst komplexe und sensible Angelegenheit, die daher von verschiedenen Seiten angegangen werden muss. Eine davon ist die Beobachtung und Überwachung öffentlicher Räume. Dies ist ein wichtiger Faktor bei der Gewährleistung der Sicherheit unserer Bürger. In dieser Hinsicht ermöglicht uns die Installation eines modernen Videoüberwachungssystems den Zugriff auf gestochen scharfe Bilder, die bei der Kriminalitätsbekämpfung enorm wirkungsvoll sind.“

Decaro weiter: „Es macht keinen Sinn, ein Videoüberwachungssystem zu haben, das Bilder liefert, die nicht für die Aufklärung von Straftaten genutzt werden können, weil die Gesichter nicht erkennbar sind. Bei der Entwicklung des neuen Videoüberwachungssystems von Bari entschieden wir uns für die 4K-Auflösung. Die Auswahl der kritischen Stellen und Plätze in der Stadt erfolgte gemeinsam mit den Streitkräften, der Stadtpolizei und der Staatspolizei.“

Videoüberwachung und Großstädte

Selbstverständlich war es eine große Herausforderung, ein zuverlässiges Videoüberwachungssystem zu finden, das zudem eine hohe Bildqualität bietet. Die Verteilung der installierten Ausrüstung über das gesamte Stadtgebiet von Bari sorgte für noch größere Komplexität. Wir sprechen hier von der sechstgrößten Metropolregion Italiens mit etwa 1.300.000 Einwohnern.

Unser Dank gilt an dieser Stelle einem sehr effektiven Team und natürlich einem bahnbrechenden Produkt von Panasonic, dem WX-SPV781L True 4K-Videokameranetzwerk. Die Stadt Bari hat dadurch ein ausgedehntes Videoüberwachungssystem entworfen, das neue und zukünftige Herausforderungen in Sachen Überwachung und öffentliche Sicherheit bewältigen kann. Die Stadt Bari ist der Auftraggeber. Die öffentliche Ausschreibung in Höhe von 950.000 Euro gewannen die Unternehmen OnLiCom Srl aus Corato und ETT Snc aus Trani. Electronic’s Time Srl, ein Partner von Panasonic, stellte die 4K-Kameras bereit. 

Lösungsorientierte Teamarbeit

Der Plan, die Stadt Bari mit brandneuer Videoüberwachungstechnologie auszustatten, entstand aufgrund des dringenden Bedarfs, städtische Gebiete schnell und wirksam überwachen zu können. Hinzu kam das Treffen der G7-Finanzminister in Bari vom 11. bis 13. Mai 2017.

„Die Teamarbeit von zwei Abteilungen der städtischen Behörden von Bari, der IT-Infrastrukturabteilung, zu der ich gehöre, und der Stadtpolizei, führten zur Realisierung“, so der Ingenieur Antonio Gallucci, technischer Planungsleiter der Stadt Bari und Entwickler des Projekts. „Zusammen mit Dr. Giambattista Quaranta, dem IT-Manager der Stadtpolizei von Bari, entwickelten wir das Projekt gemäß der Anforderung von Bürgermeister Antonio Decaro. Dabei brachten alle ihr Können und ihre Erfahrung ein. Die Auswahl der Standorte wurde aufgrund von Ortskenntnis getroffen und nicht allein wegen der Bedürfnisse oder Forderungen einzelner Bürger. Darum vereinbarten wir ein Treffen mit den Streitkräften und der Staatspolizei, um gemeinsam die kritischsten Standorte zu bestimmen. Die Stadt Bari hat ein Videoüberwachungssystem installiert und dabei die verschiedenen Situationen in den Standards berücksichtigt, in denen die Stadtpolizei als zuständige Polizeibehörde die alleinige Verwaltung des Videoüberwachungssystems übernimmt. Die städtischen Behörden können die Bilder ansehen, doch die Stadtpolizei verwaltet sie, um den Datenschutz zu gewährleisten und möglichen Missbrauch zu verhindern.“

 


Vergleichstest

Die Installation in Bari verfügt über eine wirklich innovative Konfiguration, die dafür sorgt, dass Bilder mit nativer Auflösung nach Bedarf angezeigt werden können, ohne dass ein Hochleistungs-LAN erforderlich ist. Ein 4K-Videoüberwachungssystem sorgt für gestochen scharfe Bilder (oder sollte zumindest dafür sorgen, wie wir weiter unten sehen werden). So können Details leicht erkannt werden. Allerdings ist dafür eine Bandbreite erforderlich, die momentan in keiner Stadt Italiens verfügbar ist.

Antonio Gallucci sagt dazu: „Zusammen mit Giambattista Quaranta haben wir die verfügbaren Produkte gründlich geprüft, um die am besten geeignete Ausrüstung für unseren Zweck zu finden. Die Tests wurden in einer kritischen Umgebung mit schattigen Bereichen und Bereichen mit hohen Kontrasten und extremen Bedingungen durchgeführt: stark frequentierte Kreuzungen, abendliche Lichtverhältnisse, kräftige Farben und ständiger PKW- und Busverkehr. Unter diesen Umständen sollten menschliche Gesichter identifizierbar sein. In jedem Testdurchlauf bewerteten wir zwei Produkte, wobei die schwächste Videokamera ausgeschlossen wurde. Die Kamera von Panasonic ermöglichte als einzige die Identifizierung der Ziele – und das auch bei störenden Lichtverhältnissen. Bei unseren empirischen Tests kam das beste verfügbare Werkzeug zum Einsatz: das menschliche Auge. Bei diesen Feldtests wurde auch ein anderer wichtiger Faktor berücksichtigt: Trotz der verschiedenen Hersteller auf dem Markt, die sehr ähnliche Funktionen anbieten, war die Bildqualität von Modell zu Modell sehr unterschiedlich, gerade bei geringer Umgebungsbeleuchtung. Auch hier hob sich die Bullet-Kamera von Panasonic vom Rest ab: Die Farbtreue in allen Lichtverhältnissen bei verschiedenen Farbtemperaturen beeinträchtigte die Bildauswertung nicht, und die Schärfentiefe ist sehr hoch. Wir konnten die Gesichter von Personen auf eine Entfernung von 30 Metern erkennen. Diese Kameras passen sich schnell an die Lichtqualität und die Lichtmenge an, der das Objektiv ausgesetzt ist. Hinzu kommen der hochentwickelte maßgeschneiderte Mikroprozessor sowie hochwertige Sensoren und Objektive.“

Unterstützung der Polizeikräfte

„Wir haben ein System entwickelt, das Polizeikräften bei ihrer Überwachungsarbeit hilft, da es natürlich schlichtweg unmöglich ist, für jede Straßenecke einen Polizeibeamten abzustellen“, erklärt Dr. Giambattista Quaranta, IT-Leiter bei der Stadtpolizei von Bari. „Mit einem fortschrittlichen, innovativen Videoüberwachungssystem kann diese Herausforderung bewältigt werden. So werden Polizeibehörden bei der Überwachung wirksam unterstützt und können schnell reagieren. Die Gründe für die besondere Konfiguration der Installation lagen nicht nur bei der Videoüberwachung. Wir glauben auch, dass das Videoüberwachungssystem Verbrecher abschreckt und eine erzieherische Wirkung auf die Bürger hat. Die Vorteile für die Gesellschaft sind vielseitig: von der Prävention bis hin zu lokalem Schutz mit einem stärker rationalisierten Management der anspruchsvollen Überwachungsarbeit. Nicht zu vergessen ist die bessere Lebensqualität, die an Orten herrscht, die als deutlich sicherer wahrgenommen werden.“

„Hinzu kommt“, so Generoso Trisciuzzi, Ingenieur bei Electronic’s Time Srl, „dass die Stadt Bari ein Videoüberwachungssystem benötigt, um neben der normalen Verbrechensprävention verschiedene urbane Problemstellungen lösen zu können, wie unter anderem das Verkehrsmanagement, illegale Entsorgung, ausgesetzte Haustiere oder das Erfassen von Kennzeichen. Die Installation besteht aus insgesamt 450 Videokameras, darunter 200 Bullet-Kameras und etwa 100 Speed-Dome-Kameras, die zusätzlich zu den bereits vorhandenen Geräten installiert werden.“


Das System und Content Management

„Bei einer Videoüberwachungsinstallation ist nicht nur das Produkt ausschlaggebend. Die Konfiguration, Integration und das Datenmanagement sind ebenfalls wichtige Elemente. Der Ausgangspunkt für das Projekt in Bari war die Erneuerung des bestehenden analogen Videoüberwachungssystems der Stadt. Dabei sollten Probleme mit der Bildqualität behoben und für eine Verbindung mit der Leitstelle der Stadtpolizei gesorgt werden, wie Gianluigi Martinelli, der Geschäftsführer von OnLiCom Srl, erklärt. OnLiCom Srl ist das Unternehmen, das die Ausschreibung für die Installation des Systems gewonnen hat. Das neue System bietet eine höhere Bildauflösung und ermöglicht die Übertragung von riesigen Datenmengen. Ein redundantes System wurde installiert, damit man sich nicht ständig um die Bandbreite Gedanken machen muss: Videostreams werden in mittlerer bis hoher Qualität zur Einsatzzentrale übermittelt, um die Auswertung in der Leitstelle und die Aufzeichnung auf dem Server zu ermöglichen. Gleichzeitig werden sie in FULL 4K auf den Servern an den Übertragungsorten gespeichert, um so eine doppelte Aufzeichnung bzw. Übertragung zu ermöglichen.“

Gallucci erklärt: „Die Server befinden sich in geschirmten Schränken in der Nähe der Kameramasten. Darin befindet sich die Ausrüstung, die sozusagen ein kleines Datenzentrum darstellt. Auf Grundlage der lokalen Anforderungen haben wir eine Glasfaserverbindung (ADSL mit 512 kBit/s bis 40 MBit/S) und HyperLAN Funk-Bridges (etwa 130 zwischen BTS und CPE) für direkte Bildübertragung zur Leitstelle bereitgestellt. Videostreams in nativer Auflösung können jederzeit wieder aufgerufen werden, da sie auf Servern in kleinen Gehäusen gespeichert werden. Um die Verbindung zur Leitstelle herzustellen, wurde eine Glasfaserleitung mit einer symmetrischen Bandbreite von 600 MBit/s installiert. So entsteht ein privates MPLS-Netzwerk mit zwei redundanten Servern und zwei Netzwerkspeichern, die die Aufzeichnungen bis zu 7 Tage lang speichern können. Auf das gesamte System kann mit einer SIM zugegriffen werden, die die Polizisten mit sich führen. Genutzt wird dabei ein privates MPLS-Netzwerk. Mit einem mobilen Endgerät und einem dedizierten System können sich die Benutzer im privaten Netzwerk anmelden und sofort auf die Videoübertragungen zugreifen. Benutzer können auch mit dem Netzwerk interagieren. So können Streaming-Bilder von den Smartphones und/oder Tablets der Beamten direkt an die Einsatzzentrale übertragen werden.“

„Es handelt sich um das größte 4K-Videoüberwachungssystem in Italien“, so Martinelli. „Die gesamte Netzwerkinfrastruktur, die Verbindung zwischen Hauptserver und Mastserver, die Aufnahmen, Übertragungen und die Archivierung auf Speichergeräten wird von der VMS Milestone Xprotect-Plattform verwaltet, die die Aufnahmen kontrolliert und Filmmaterial in nativer Auflösung lokal und extern speichert, wobei die Systeme über redundante Aufzeichnungsfähigkeiten verfügen.“

Technologie für die Gemeinde

Dr. Martinelli fährt fort: „An den Arbeiten, die im Juli 2016 begannen, nahmen zahlreiche Experten teil. Darunter ragt besonders Luigi Perfetto von unserem Partnerunternehmen ElettroTecnica Tranese (ETT) heraus. Von Anfang an war Luigi Perfetto vor Ort bei der Koordination aller Teams beteiligt und organisierte die vielen Arbeitsschritte (Grabungen, Kabelschächte, strukturierte Verkabelung usw.). Da das G7-Finanzministertreffen kurz bevorstand, musste alles reibungslos ablaufen. So schafften wir es beispielsweise, in nur 15 Tagen einige wirklich schwierige Bereiche, etwa die kulturgeschichtlich wertvolle Gegend um das Castello Svevo, zu verkabeln. Wir lieferten auch das Hardwaresystem für den Krisenraum, der direkt mit der Leitstelle der Stadtpolizei verbunden ist.“