• VON DER LAMPE
    ZUM LASER

Licht aus für die Lampenprojektion?

Autor: Thomas Vertommen, European Product Manager

Im vergangenen Monat kündigte Panasonic die Umstellung seiner gesamten Palette ultraheller Projektoren von der Lampen- auf die Lasertechnik an. 

Damit scheint eine Ära zu Ende zu gehen.

Einige der denkwürdigsten Projection-Mapping-Shows der Branche wurden mit einer Lampenplattform realisiert, darunter die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2012 in London, die gigantischen Projection-Mappings zur 555-Jahrfeier der Stadt Bukarest, bei der 104 Projektoren mit jeweils 20.000 Lumen den Parlamentspalast erleuchteten, oder das Festival ‚Circle of Lights‘ 2015 in Moskau, wo mit 142 Geräten ein Guinness-Weltrekord aufgestellt wurde.

Mit der Einführung des Flaggschiffs PT-DZ21K vor sieben Jahren konnte Panasonic seinen Marktanteil in diesem Segment auf 80 Prozent steigern – und hat ihn bis heute gehalten.

Doch die Vorteile der Laserplattform – die insgesamt höhere Zuverlässigkeit und der geringere Wartungsaufwand – liegen auf der Hand, und so ist es an der Zeit, die Ära der Lampenprojektion zu beenden.

Unserer Ansicht nach wird der Markt durch die Umstellung auf die Lasertechnik expandieren. Dies wird durch Marktdaten untermauert, die belegen, dass der Markt für Laserprojektion von geschätzten 4,57 Milliarden im vergangenen Jahr bis 2023 auf 10,53 Milliarden US-Dollar anwachsen soll.

Nachdem sich die Technik weiterentwickelt und die Preise bereits zu sinken beginnen, dürften herkömmliche Lampenprojektoren künftig immer seltener werden. Es gibt unzählige Gründe, in der Vermiet- und Veranstaltungsbranche auf Lampenprojektoren zu verzichten. Zum Beispiel erreichen sie erst nach geraumer Zeit ihre volle Helligkeit und müssen aus Gründen der Redundanz in Doppelstapelkonfigurationen bereitgestellt werden. Außerdem bieten sie keine ausreichend gleichmäßige Helligkeit und sind nicht in der Lage, Achsverzerrungen auszugleichen.

Wenn wir ehrlich sind, spricht in unserer Branche nur ein Grund dafür, die Lampe dem Laser vorzuziehen, nämlich der größere Umsatz durch den Verkauf von Ersatzlampen und die doppelte Stapelgröße in der Vermietung.

Untersuchungen von Panasonic zufolge nimmt die Nachfrage nach Event-Projektionen und Erlebnisdisplays zu. Schon heute wird das Feuerwerk bei vielen Feierlichkeiten durch Projection-Mapping ersetzt. In Verbindung mit modernen Technologien wie Echtzeit-Tracking sind Projektionen deshalb auch die ideale Lösung für Konzerte, Live-Performances und Anzeigetafeln.

Laserprojektoren von Panasonic wurden zur Beleuchtung des Eiffelturms während der ‚Japonismes 2018‘ anlässlich des 160. Jahrestags der französisch-japanischen Freundschaft eingesetzt. Bei der Aufführung von ‚Guidizio Universale: Michelangelo und die Geheimnisse der Sixtinischen Kapelle‘ entführten unsere Projektoren das Publikum in eine 270-Grad-Darstellung der Sixtinischen Kapelle mit den berühmtesten Werken des Künstlers. Auf der diesjährigen ESA haben wir gemeinsam mit Bart Kresa, dem Meister des Projektionsdesigns, mehr als 100.000 Menschen in Live-Vorstellungen dessen neueste Projection-Mapping-Show präsentiert.

Der Sviatovid ist eine facettierte, fünf Meter hohe Projektionsskulptur und Nachfolger des legendären Shogyo Mujo, der 2014 beim Burning Man Festival in Black Rock Desert im US-amerikanischen Bundesstaat Nevada seinen ersten Auftritt hatte. Die neue Skulptur wurde mit vier Panasonic PT-RQ32 4K-Laserprojektoren mit eine Lichtleistung von 30.000 Lumen rundum in True 4K bespielt.

Kresa ist überzeugt, dass Tracking-Technologien in Verbindung mit leistungsstarken Medienservern in der Entwicklung der kreativen Künste eine wichtige Rolle spielen können. „Für die Universal Studios in Osaka haben wir einen beweglichen Optimus Prime-Roboter entwickelt und mithilfe von Tracking-Technologie und sieben Panasonic-Projektoren per Live-Mapping zum Leben erweckt.

In der AV-Technik  gehört das Mapping längst zum festen Repertoire, aber viele Menschen sehen so etwas zum ersten Mal. Im Grunde geht es mit dieser Technik also gerade erst so richtig los.

In Zukunft werden wir bestimmt mehr Permanent-Mapping-Displays zu sehen bekommen, zum Beispiel als Verkehrsleitsysteme in Innenstädten. Bei uns nehmen die Anfragen für Beschilderungen oder architektonische Lichtinstallationen jedenfalls gewaltig zu.“

In einem Zeitalter, indem Konsumenten zunehmend nach Erlebnissen verlangen, werden vom Museum bis zum Verkaufsraum heute immer komplexere Projektionen eingesetzt, für die der Laser zweifellos die beste Plattform darstellt. Mit hermetisch dichten Lasermodulen bietet der Panasonic PT-RZ21K beispielsweise bis zu 20.000 Stunden unterbrechungsfreie Projektion. Das bedeutet für die Vermieter von Geräten mehr Zuverlässigkeit und gleichmäßigere Farbwiedergabe bei geringerem Wartungsaufwand und niedrigeren Gesamtbetriebskosten.

Die Lasertechnik bietet Potenzial für weiteres Marktwachstum, da Semipermanent- und Permanent-Mappings dank der einfacheren Handhabung der Laserprojektoren für immer mehr Zwecke wirtschaftlich sinnvoll eingesetzt werden können. Und das hört sich nach einem besseren Businessplan an als das Geschäft mit Ersatzlampen.