• HOLOGRAFISCHE PROJEKTION

Was bringt die Zukunft für Meetings und Veranstaltungen?

Autor: Tony Molloy, European Business Development Manager- Hochschulbildung

40 Jahre sind seit diesem berühmten Hilferuf vergangen: Im ersten Star-Wars-Film wendet sich Prinzessin Leia in einer wundersamen Projektion vor R2-D2 schwebend an Luke Skywalker und die junge Rebellen-Allianz. Und plötzlich war eine ganze Generation fasziniert von Hologrammen. Was die Einführung revolutionärer Technologien angeht, hat George Lucas mit seinen Zukunftsvisionen die Latte natürlich sehr hoch gelegt.

Letzte Woche konnten wir Hologramme im Einsatz sehen: sehr real, greifbar und spannend. Bei einer Technikveranstaltung zeigte die Imperial College Business School in London in einer Diskussionsrunde Hologramme ihrer Gäste. Die Folge war eine Debatte über die zukünftige Gestaltung von Besprechungen, Vorträgen und Veranstaltungen mit dieser Technologie, bei denen die Referenten dabei sein können, auch wenn sie sich gerade an einem ganz anderen Ort auf der Welt befinden.

Die Zuhörer erlebten die Veranstaltung so, als stünde der Referent wirklich vor ihnen. 

Die Referenten konnten über eine Kamera mit den Studierenden in Echtzeit sprechen, auf Wortmeldungen reagieren und Fragen beantworten – ganz so, als befänden sie sich im gleichen Raum. Bei dieser Technik wird ein Livebild auf eine Glasscheibe projiziert und dann mittels Hintergrund, Projektor und Monitor eine Illusion von Tiefe geschaffen. Dies eröffnet völlig neue Möglichkeiten in Bildung und Wirtschaft.

Bei diesem Hologramm wurde die Illusion mit der Laserprojektionstechnologie von Panasonic erzeugt. Um eine gute nonverbale Kommunikation mit den Zuhörern zu ermöglichen, konnten die Referenten über einen hochauflösenden Monitor, der in einem Remote-Studio entsprechend eingerichtet war, mit den Zuhörern jeweils direkt Blickkontakt aufnehmen.

Event-Unternehmen können so die besten Referenten für ihre Veranstaltungen gewinnen, ohne dass diese dafür reisen müssen, was neben den hohen Kosten zudem Zeitaufwand für die Referenten bedeutet und Umweltschäden verursacht.

Im Bildungsbereich können Gastreferenten hinzugezogen und rund um den Globus Forschungsergebnisse zwischen Instituten – die meist ohnehin Partnerschaften mit anderen Hochschulen haben – ausgetauscht werden.

Blick in die Zukunft

Im Rahmen des Forschungsprojekts Future Meeting Space, an dem wir teilgenommen hatten, galt unter anderem die Präsenz in Form von Hologrammen als nächster Technologietrend für Vorträge und Besprechungen. Bei dem Projekt wurden mögliche Zukunftstrends für Besprechungsräume ausgelotet.

Mithilfe der holografischen Projektion könnte ein interaktives Umfeld für Telefonkonferenzen und Besprechungen geschaffen werden. Internationale Unternehmen könnten so Kosten sparen, indem die Teilnehmer bei Besprechungen trotz physischer Abwesenheit dennoch persönlich präsent sind. Bei Besprechungen, Seminaren und Gesprächen können mehr Teilnehmer zugegen sein, als dies bei einer Präsenzveranstaltung möglich gewesen wäre, und die Teilnehmer können sich über eine Videoverknüpfung besser einbringen und beteiligen.

Auch auf dem Bildungssektor eröffnen sich durch die Technologie zahlreiche Möglichkeiten. Ein Beispiel: Auch wenn beim Imperial College keine Pläne für einen breiten Einsatz der Technologie bestehen, hat die Hochschule deren Potenzial für weitere Lehrveranstaltungen erkannt, darunter gemeinsame Diskussionen mit Studierenden im Ausland. Besonders wichtig: Diese Art Technologie ist im Vergleich zu Hologramminstallationen mit „Pepper‘s-Ghost-Effekt“ kostengünstig und daher für Hochschulen und mittelständische Unternehmen eher erschwinglich. 

In Zukunft könnten die Aufzeichnungen von Vorlesungen und Hologrammtechnologien so kombiniert werden, dass die Studierenden im Fernstudium und in anderen Ländern nahezu das Gleiche angeboten werden kann wie Studierenden im Präsenzstudium. Hochschulen suchen ständig nach Möglichkeiten, eine breitere Studierendenbasis anzusprechen und sie von günstigen Onlinekursen wegzulocken – dies könnte möglicherweise die Antwort darauf sein.

Des Weiteren lassen sich Hologramme auch bei Liveshows einsetzen Auf der ISE 2018 stellte Panasonic eine holografische Projektion vor – für eine Show aus Tänzern, Laserprojektionstechnologie, 3D-Mapping und Tracking. Wir taten uns mit Novaline zusammen, das Leinwände für Projektionsflächen bereitstellte, die in Kombination mit dem Laserlicht der 3 Chip DLP™-Laserprojektoren von Panasonic sehr helle und realistische Bilder erzeugten. In der Vergangenheit war eine ähnliche Technologie für digitale Comebacks von 2Pac und Amy Winehouse eingesetzt worden, um die zutiefst verehrten Musik-Ikonen holografisch wiederzuerwecken. Etwas gruselig oder eine brillante Idee?

Obwohl der Einsatz von Hologrammtechnologie noch in den Kinderschuhen steckt, besteht durchaus Potenzial, dass sie einst in die Unternehmenskommunikation, bei Lehrveranstaltungen und für Liveauftritte eingebunden wird. Danach zu urteilen sieht die Zukunft für Raumschiffe und Lichtschwerter rosig aus.